Veronika Simonett

Da ich in einer Familie mit 6 Kindern aufwuchs, war immer etwas los. Meistens war ich auf der Suche nach Ruhe und Frieden. Ich fand ihn im hohen Gras in unserem Obstgarten oder auf der Schaukel sitzend, dem Himmel entgegenfliegend. Von klein an faszinierte mich das Spiel mit Worten. Wörter von hinten nach vorne aussprechen, verschiedene Rhythmen ausprobieren und Laute aus anderen Sprachen aufgreifen.

Meine Mutter hat uns viele Kinderbücher vorgelesen. Ich bin immer noch von Geschichten fasziniert. Den Geschichten der Menschen zuhören. Ich habe mich immer vor das Radio gelegt, aus dem die Geräusche kamen, um so nah wie möglich dran zu sein.

Worte haben einen Rhythmus und einen Klang. Das erzeugt eine gewisse Energie. Wenn ich mit Kalligraphie arbeite, nehme ich diese Energie mit. Es ist für mich weniger wichtig, dass Sie das Wort lesen können. Das Beste ist, wenn Sie das Bild mit der gleichen Faszination betrachten, mit der ich den Worten zugehört habe, um meine Kalligraphie zu gestalten.